PROGRAMM UND VERANSTALTUNGEN 2016


Rheinische Post vom 13.12.2016 (ym)

Festliches in St. Peter und Paul

STRAELEN Zu einem festlichen Chorkonzert hatte der Kirchenmusiker Otto Maria Krämer in die Pfarrkirche St. Peter und Paul in Straelen eingeladen. Diese war sehr gut besucht, als Krämer seine Gäste begrüßte: "Wir haben Ihnen ein interessantes und abwechslungsreiches Programm zusammengestellt. Ich glaube, wir können es schaffen, uns in eine ganz tolle vorweihnachtliche Stimmung hinein zu singen."

Los ging es mit dem 15-jährigen Philipp Dieser an der Orgel. Dieser hat bereits die C-Prüfung für Organisten abgelegt und überzeugte mit dem Präludium G-Dur von Johann Sebastian Bach. Im Anschluss waren die kleinsten Sänger der Kirchengemeinde, der Spatzenchor, an der Reihe. Unterstützt von den Sängerinnen des "Jungen Chors" präsentierten die Grundschulkinder verschiedene bekannte Weihnachtslieder von "Süßer die Glocken nie klingen" und "Leise rieselt der Schnee" über moderne Stücke wie "In der Weihnachtsbäckerei" und "Dicke, rote Kerze" bis hin zu "Kommt mit Frohlocken zum Throne" aus der Münchner Liebfrauen-Messe. Das Solo von "Maria durch den Dornwald ging" übernahm David Krämer.

RP-Foto: Binn
RP-Foto: Binn

Im Anschluss wurde gemeinsam mit der Gemeinde "Tochter Zion" gesungen, ehe Alexandra Borghs (Alt) die Stücke "Canadian Carol" und "Sei still dem Herrn" aus dem "Elias" zu Gehör brachte. Nach einem weiteren Stück auf der Orgel zeigte die 15-jährige Mezzosopranistin Charlotte Langner stimmgewaltig ihr Können mit dem Ave Maria von Cesar Franck und "Vieni, Vieni" von Antonio Vivaldi.

Danach betrat der Kirchenchor, "der Rettungskreuzer der Straelener Kirchenmusik", die Bühne und sang zunächst zwei Stücke allein. Krämer erklärte: "Zusammen mit dem Jungen Chor gibt es jetzt den großen Block weihnachtlicher und vorweihnachtlicher Gesänge." Dieser umfasste einige Lieder aus dem englischsprachigen Raum wie "Deck the Hall" und "Once as I remember", aber auch das Deutsche Traditional "Personent Hodie". Den Abschluss bildete das bekannte Weihnachtslied "Wir sagen Euch an" von allen Chören und der Gemeinde und begleitet von der Orgel gesungen.

Der Eintritt war frei, um eine Spende wurde gebeten. Krämer, der alle Chöre auf dem Klavier begleitete, scherzte: "Nehmen Sie ruhig Scheine, von den Münzen geht nur das Glas kaputt." Der Erlös geht an die geistliche Musik in Straelen und kommt somit auch den ausführenden Chören zu Gute.

(zurück nach oben)

VII. Straelener Dreikönigskonzert

Johann Sebastian Bach: „Magnificat“
Georg Friedrich Händel: „Dettinger Te Deum”

Sonntag, 08.01.2017, 19.00 Uhr
Solisten
Mitglieder der Duisburger Philharmoniker
Das ChorProjekt an St. Peter und Paul Straelen
Otto Maria Krämer, Leitung

Das mittlerweile etablierte Straelener ChorProjekt ermöglicht allen SängernInnen, groß besetzte und bekannte wie auch seltener aufgeführte Werke der sinfonischen Chormusik mit aufzuführen - bofrost* macht es möglich! Für 2017 bereitet Dirigent Otto Maria Krämer den großen Chor auf die Aufführung des berühmten "Dettinger Te Deum" von G. F. Händel und J. S. Bachs "Magnificat" vor. Erfahrene Chorsängerinnen und -sänger können sich zum Mitproben melden bei Kantor Otto M. Krämer (otto.m.kraemer@t-online.de).

Karten:
Vorverkauf 15 Euro/Abendkasse 18 Euro
Fördergesellschaftsmitglieder Vorverkauf 10 Euro/Abendkasse 15 Euro
Schüler und Studenten frei

Vorverkauf bei Schreibwaren Franz, Straelen, Bücher Keuck, Geldern sowie bei den Chormitgliedern  

Ein Hochgenuss für alle Sinne. Mit freundlicher Unterstützung von bofrost*

(zurück nach oben)

...die Spatzen pfeifen wieder...

Vorweihnachtliches Chorkonzert:
Internationale vorweihnachtliche Musik

Sonntag, 11.12.2016, 18.00 Uhr
Spatzenchor an St. Peter und Paul
Junger Chor an St. Peter und Paul
Kirchenchor an St. Peter und Paul
Otto Maria Krämer,
Leitung

Zusammen mit den Jungen Chor und dem Kirchenchor singen die „Spatzen“ ihr alljährliches vorweihnachtliches Konzert – freuen Sie sich auf  klare und helle Stimmen – bringen Sie Ihre eigene Stimme bei den gemeinsam gesungenen Liedern mit ein!

Der Eintritt ist frei, um eine großzügige Spende zu Gunsten der Straelener Kirchenmusik wird herzlich gebeten.

(zurück nach oben)

Rheinische Post vom 08.11.2016 (list)

"Nathan"-Film flexibel untermalt

STRAELEN Straelens Kantor Otto M. Krämer mit dramatischen Orgelimprovisationen.

Otto Krämer während des Konzerts
Otto M. Krämer am mobilen Spieltisch während des Konzerts
Foto: Annekathrin Drißen

Im Altarraum der Pfarrkirche St. Peter und Paul begrüßte Kantor und Organist Otto M. Krämer die Zuhörer im zur Hälfte besetzten Mittelschiff zu einer besonderen Veranstaltung: musikalisch-illustrative Begleitung eines Stummfilms am mobilen Orgel-Spieltisch. Bevor der Film "Nathan der Weise" auf Großleinwand startete, gab Krämer einige Erläuterungen: Die deutsche Literaturverfilmung aus dem Jahr 1922 in sechs Akten von Manfred Noa ist die einzige Kinoproduktion als Stummfilm von Gotthold Ephraim Lessing. Der Film erlebte nach 1933 keine Aufführung mehr und galt lange Zeit als verschollen. In Moskau wurde 1996 eine vollständige Schwarzweißkopie des Films entdeckt, die dort unter dem Titel "Die Erstürmung Jerusalems" gelagert war. Mit korrigiertem Haupttitel und Akttiteln wurde der Film neu veröffentlicht und kam in Straelen zur Aufführung.

 Ohne etwas vorweg zu nehmen, erklärte Otto M. Krämer die Quintessenz des Films: Die drei Weltreligionen Christentum, Judentum und Islam müssen nebeneinander existieren. "Wir sind mit diesem Film ganz aktuell am Thema. Der Grundgedanke ist die Achtung vor den Menschen." Der Film gilt als Plädoyer für das friedliche Miteinander der Religionen und Völker. Bei der Wiederentdeckung wurde festgestellt: "Der bildgewaltige, eindrucksvoll inszenierte und faszinierend gespielte Ausstattungsfilm, dessen Titelcharakter durch seine Weitsicht die verschiedenen Glaubensrichtungen zum versöhnlichen Einlenken bringt, ist das Musterbeispiel eines politisch mutwillig missverstandenen Werks." Es wird die Frage nach der "wahren" Religion aufgegriffen und verbindet sie mit dem Toleranzgedanken der Aufklärung.

Ganz in der Tradition der Stummfilmzeit legte Krämer als stilsicherer, kompetenter Interpret das knapp 90-minütige Werk mit improvisierten Untermalungen aus. Sein ebenso differenziertes wie technisch makelloses Spiel ließ die kontrapunktisch dicht gewobenen Strukturen optimal und durchsichtig zur Geltung kommen. Den sakralen Szenen gab Krämer Natürlichkeit in der Registrierung. Er reagierte auf Dramatik mit dynamischer Flexibilität und differenzierter Auslegung der Klangbilder. Er begleitete den Film mit versierter Phrasierung und gleichwohl schlichter Klarheit. Mal setzte er trockene Akkorde in einen leer wirkenden Raum, mal schwelgte er in wunderbar melodiösen Themen.

Quelle: RP online

(zurück nach oben)

Stummfilm und Orgel

Sonntag, 06.11.2016, 19.00 Uhr
Otto Maria Krämer, Orgelimprovisation

Otto Maria Krämer
Otto Maria Krämer

In der Reihe "Geistliche Musik an St. Peter und Paul Straelen" findet am Sonntag, den 06. November um 19 Uhr ein besonderes Konzert statt. Der monumentale Stummfilm „Nathan der Weise“ (1922) wird auf Großleinwand (3 x 4 m) live begleitet mit Improvisationen von Otto Maria Krämer am mobilen Orgel-Spieltisch, der das Orgelspiel für die Zuhörer unvergleichlich werden lässt. Der Klangraum St. Peter und Paul wird so völlig neu auch visuell erlebbar, vor allem für Jugendliche ein besonderes, neues Erlebnis von „Kirche“!

Der Stummfilm „Nathan der Weise“ aus dem Jahr 1922 ist die erste Verfilmung des berühmten Werkes von G. E. Lessing. Er greift darin die Frage nach der „wahren“ Religion auf und verbindet sie mit dem Toleranzgedanken der Aufklärung. Durch den Film gelingt eine historische Sicht auf ein brandaktuelles Thema.

Zum Film: Gotthold Ephraim Lessing veröffentlichte sein "dramatisches Gedicht" 1779 als direkte Reaktion auf Angriffe aus orthodoxen religiösen Pastorenkreisen, denen er sich als Herausgeber eines religionskritischen Werkes von Samuel Reimarus ausgesetzt sah. Er siedelte seine Geschichte im Jerusalem zur Zeit der Kreuzzüge an, wo Christen, Juden und Muslime unmittelbar aufeinandertrafen. Sie droht im Religionskonflikt tragisch zu enden, doch der Titelfigur gelingt es durch Einsicht und Klugheit, eine Versöhnung der Glaubensgruppen herbeizuführen. Lessings Drama ist als "humanistisches Manifest", das für die "Toleranz des Glaubens und die Freiheit des Geistes" eintritt, in die deutsche Literaturgeschichte eingegangen. Drehbuchautor Hans Kyser hat das Drama geschickt in kinowirksame Szenen aufgelöst und die bei Lessing erst am Schluss des Dramas aufgelöste Vorgeschichte als wuchtigen Prolog vorangestellt. Manfred Noa nutzte die Kreuzzugsschlachten und das exotische Ambiente für visuell eindrucksvoll gestaltete Massenszenen. Als Hauptdarsteller brillierten erfahrene Schauspieler aus anderen Erfolgsfilmen, so Werner Krauß (Das Cabinet des Dr. Caligari von Robert Wiene) als Nathan und Carl de Vogt (Die Spinnen von Fritz Lang) als junger Tempelherr. Wie im zugrunde liegenden Drama endet die emotionsgeladene Inszenierung im leidenschaftlichen Appell an die Vernunft und für die Toleranz gegenüber Andersgläubigen.

Die entsprechenden Klangassoziationen liefert die dazu live improvisierte Musik von Otto Maria Krämer, die die historische Kulisse erst richtig aufleben lässt.

Otto M. Krämer ist seit 1993 Kantor in Straelen und leitet seit 2013 als Lehrbeauftragter für Orgelimprovisation und Liturgisches Orgelspiel eine Klasse an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln. Er gilt als einer der führenden Spezialisten weltweit für alle Bereiche der Orgelimprovisation, spielt daher auch Filmmusiken zu Stummfilmen auf Festivals in ganz Europa. Krämer ist einer der ständigen Organisten im Filmmuseum „Blackbox“ in Düsseldorf und bespielt dort eine der wenigen originalen Kino-Orgeln der Firma Welte von 1929.

Die gesamte Konzertreihe wird freundlich unterstützt von der Firma bofrost* in Straelen.
Abendkasse: 10 Euro, Fördergesellschaftsmitglieder 7 Euro,
Kinder und Jugendliche bis 21 frei!

Stummfilm und Orgel

KINO & KIRCHE - „Nathan der Weise“

Sonntag, 06.11.2016, 19.00 Uhr
Otto Maria Krämer, Orgelimprovisation

Nathan der Weise ist eine deutsche Literaturverfilmung in sechs Akten von Manfred Noa aus dem Jahr 1922. Es ist die bisher einzige Kinoproduktion des Stücks Nathan der Weise von Gotthold Ephraim Lessing. Otto M. Krämer spielt live dazu!

Eintritt an der Abendkasse 10 Euro, Fördergesellschaftsmitglieder 7 Euro.

(zurück nach oben)

Rheinische Post vom 06.10.2016

Orgelherbst: Langer Applaus für Wolfgang Seifen

Wolfgang Seifen

VON UDO SPELLEKEN

STRAELEN. Zum Abschluss des 18. Internationalen Orgelberbstes in der Pfarrkirche St. Peter und Paul zeigte sich Professor Wolfgang Seifen, von der Presse international als "Paganini an der Orgel, als Hexenmeister mit unbeschreiblichem Improvisationstalent, grenzenloser Imagination und unvorstellbarer Registrierkunst" gefeiert, eher als Improvisationsmeister der beschaulich ruhigen Töne. Bis auf wenige Ausnahmen erlebten die mehr als 100 Zuhörer ein Orgelspiel voller besinnlich unerwarteter Klangbilder. Seifen gab ein klassisches Beispiel seiner schier unerschöpflichen kompositorischen Kraft, der absoluten Beherrschung des Instrumentes, seiner Registrierkunst und der geistigen Höchstleistung bei der Durchführung seiner Bach-lastigen Improvisation "Präludium, Adagio und Fuge". Seine Fähigkeit zu facettenreicher Dynamik stand im Dienst einer differenziert durchdachten Gestaltung. Das galt vor allem für den zentralen Mittelblock des Präludiums und die gleichsam "vokalisierte Orgelfuge". Bei leichter, lockerer Tongebung imponierte die Interpretation durch ihren ungezwungenen Fluss.

Drei freie Charakterstücke stellte der 60-Jährige vor: Für die "Arabeske" bediente sich Seifen warmer, dunkler Flötenregister, die ein orientalisch verwobenes Rankenornament entwickelten. Flächenfüllend mit naturnah stilisierten Klängen erzeugte er Harmonien, die zu einem heiter blumigen und dennoch delikaten Musikstück avancierten. In der "Cantilene" dominierten herrlich weiche Legatobögen in makelloser, technisch vollkommener Mühelosigkeit und ausdrucksvollen Klangfarben. Mal samtig dunkel, mal hell und klar ließ der Organist sein Instrument alle möglichen Kunstgriffe vollführen. Im "Scherzo" tanzte Seifen förmlich bewegt und heiter in lebhaftem Stil mit der Orgel. Er überlagerte taktvolle Verwirrungen mit dämonischen Koloriten, die schwirrend und schwebend mit kraftvoll rustikalen Registern sich in melancholisch grotesken Atmosphären ergossen.

In Erinnerung an den 100. Todestag des deutschen Komponisten, Organisten, Pianisten und Dirigenten Max Reger improvisierte Seifen eine "Symphonische Phantasie und Fuge" in dessen Stil. "Und dies bedarf schon eines die Technik souverän beherrschenden geistvollen Spielers", hatte Reger einst selbst gesagt. Mit größtmöglicher Klarheit und Subtilität, feinem Farbgefühl und sicherem Formbewusstsein bot der seit 2004 als Titularorganist an der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin tätige Kirchenmusiker einen ungeheuren Stimmungsreichtum, der das Publikum begeisterte und zu lang anhaltendem Schlussapplaus veranlasste.

Quelle: RP online

(zurück nach oben)

Rheinische Post vom 01.10.2016

Orgelherbst: Unglaublicher Virtuose aus Mailand

VON UDO SPELLEKEN

Paolo Oreni

STRAELEN. Der Internationale Orgelherbst hat in seinen 18 Jahren etliche spektakuläre Konzerte erlebt, über die in Superlativen geschrieben wurde. Was Paolo Oreni nun auf der Stockmann-Orgel in der Pfarrkirche St. Peter und Paul vollführte, lässt sich kaum in Worte fassen. Er zeigte sich als ein unglaublicher Virtuose mit einer Technik, die keine Grenzen kennt.

Als erfahrener Organist wusste der Italiener, wie man dem "Vivaldi-Konzert, D-Dur" von Johann Sebastian Bach durch flexible und agogisch nuancierte Spielweise eine musikalisch durchdachte Phrasierung angedeihen lässt. Bachs Bearbeitung bot einen dichteren Satz als das Original durch Imitation der Umkehrung. Die Zäsuren und das Thesenhafte des Vivaldischen Originals wurden in unterschiedlichsten Registern thematisch in ein wucherndes Klangdickicht verwandelt. Oreni verstand es, das pompöse Element barocker Prachtentfaltung auszubreiten und durch eine rhythmisch und intonatorisch prägnante Spielart die Effekte zu unterstützen.

Mozarts ursprünglich für eine Orgelwalze komponierte "Fantasie f-Moll KV 608" ist kein leicht verdauliches Stück. Der 37-jährige Künstler verlieh dem Werk in recht zügigem Tempo eine spürbare Verschlankung und verzichtete auf die üblicherweise schwülstige schwergewichtig-wuchtige Orgelfassung. Die Registerauswahl war natürlich und durchsichtig und sorgte für erhöhte Strukturierung und Transparenz.

Spätromantische Steigerungen erlebten die Zuhörer in Liszts sinfonischer Dichtung "Prometheus". Orenis Bildersprache entwickelte sich hier ungleich romantisierend und schwelgerisch. In antiken Klanggemälden kämpfte Prometheus mit seinen Widersachern, unheilvoll wurde suggeriert, wie ein Adler sich in Zeitlupe in die Lüfte erhob. Der Organist tauchte die Atmosphäre in düster schillernde Registerfarben mit fließenden Übergängen und strahlenden Eskapaden. Er inszenierte dynamisch schlüssige Entwicklungen, die ganz und gar auf die Romantik verwiesen. Der Mailänder fegte mit seinen Füßen über die Pedale, rauschte wie ein Sprinter beim Endspurt über die Manuale. Er offenbarte sich in der ganze Exzentrik seiner Musik auch im "Allegro aus der VI. Symphonie" von Charles-Marie Widor, suchte und fand überraschend sphärische Klanginseln im Pianissimo und lebte sie aus. Bei seiner finalen Improvisation herrschte für ihn absolute Freiheit, auch wenn sich allmählich ein Thema herausschälte: Fragmente der deutschen Nationalhymne. Und als sich noch Otto M. Krämer mit an den mobilen Spieltisch setzte und die beiden vierhändig die Orgel bearbeiteten, waren Publikum und Akteure vollends begeistert.

Am Sonntag, 2. Oktober, spielt beim Straelener Orgelherbst der ehemalige Organist der Marienbasilika Kevelaer Professor Wolfgang Seifen. Das Konzert beginnt um 19.30 Uhr.

Quelle: RP

(zurück nach oben)

Rheinische Post vom 27.09.2016

Brillanter Einstieg in den Straelener Orgelherbst

Baptiste-Florian Marle-Ouvrard

VON UDO SPELLEKEN

STRAELEN. Baptiste-Florian Marle-Ouvrard überzeugt rund 60 Zuhörer in St. Peter und Paul. Nächstes Konzert ist morgen. 

Zur Eröffnung des 18. Internationalen Straelener Orgelherbstes in der Pfarrkirche St. Peter und Paul gastierte der Titularorganist Baptiste-Florian Marle-Ouvrard. Der 34-Jährige ist seit 2015 an der Orgel von Saint-Eustache in Paris tätig.

Mit der "Partite diverse sopra: Sei gegrüßet, Jesu gütig" eröffnete der Ausnahmekünstler sein Konzert und vermochte bereits nach den ersten der insgesamt elf Variationen mit seiner subtilen Interpretation und der spürbar intensiven, emotionalen Auseinandersetzung mit den Partiten Bachs vollkommen zu überzeugen. Es war beeindruckend, mit welchem Selbstverständnis und mit welcher Akribie Marle-Ouvrard an die einzelnen Sätze heranging. So arbeitete der Organist die Gegensätze und die spannenden Kombinationen einzelner Sätze und ihre jeweiligen Charaktere subtil heraus und sorgte aufgrund einer sehr angenehmen, soliden und ruhevollen Registrierung für ein intensives Hörerlebnis.

In der sich anschließenden, hochgradig vollendeten freien Improvisation eines Präludiums und einer Fuge im Stil Johann Sebastian Bachs vermittelte der Organist einen Eindruck vom facettenreichen Orgelschaffen des Thomaskantors. Nach einer genial-virtuosen Einleitung wählte er eine den jeweiligen Sätzen hervorragend angepasste Registrierung und stellte damit die Klangmöglichkeiten der Stockmann-Orgel unter Beweis. In César Auguste Francks "Prélude, Fugue et Variation" baute Marle-Ouvrard eine bemerkenswert aufgeschlossene Klangatmosphäre auf, die durch die differenzierte Registrierung und den großzügigen Klang der Kirche verstärkt wurde.

In der eigenen Improvisation, einer Fantasie im romantischen Stil zum Namen "Straelen", war der mit dieser Orgel verbundene Nuancenreichtum in der Registrierung offensichtlich. Gerade die düsteren Passagen wurden mit gefühlvoll wirkenden Einsätzen in den Oberstimmen und in der Solostimme kombiniert. Marle-Ouvrard bewies sein Bewusstsein für die Darstellung von Stimmung und deren farbliche Umsetzung. Fragmentarisch, schreiend und klagend wirkte die "Evocation 1" des französischen Komponisten Thierry Escaich.

Ein Rausch von Klängen und Steigerungen erwartete die rund 60 Zuhörer in der abschließenden Improvisation des Künstlers, in der noch einmal sphärenhaft, chromatisch beginnend die gesamte Technik und Klangfülle der Orgel demonstriert wurde. In eher gedeckten Farben, aus denen markante Zungenregister als Soli hervorstachen, entwickelte sich vorwärtstreibend ein übermäßig starkes, aber klanglich gewinnendes Brausen mit einer abrupten Coda. Besser konnte der Einstieg in den dreiteiligen Orgelherbst nicht gelingen.

Am Mittwoch, 28. September, ist der Mailänder Organist Paolo Oreni und am Sonntag, 2. Oktober, der ehemalige Organist der Kevelaerer Marienbasilika, Professor Wolfgang Seifen, beim 18. Internationalen Straelener Orgelherbst zu Gast. Die Konzerte beginnen jeweils um 19.30 Uhr. Informationen im Internet unter www.geistliche-musik-straelen.de.

Quelle: RP

(zurück nach oben)

XVIII. Internationaler Straelener Orgelherbst

18. Internationaler Straelener Orgelherbst

25.09.2016 bis 02.10.2016

Schon seit 1998 veranstaltet die Fördergesellschaft für Geistliche Musik in Straelen den Internationalen Straelener Orgelherbst – jetzt also schon zum 18. Mal. Zahlreiche Künstler aus aller Welt kamen zu uns in den allzeit „Grünen Bereich“, einige konnten wir ein zweites und sogar drittes Mal begrüßen, was für uns eine große Ehre und Anerkennung unserer Konzertreihe ist. Nicht nur in Fachkreisen kann sich der Internationale Straelener Orgelherbst einer stetig wachsenden Bekanntheit erfreuen, die Gäste kommen immer wieder von nah – und vor allem auch von fern. Auch für diese Saison – wir feiern das 25. Jubiläum unserer großen Orgel - haben wir wieder fantastische Künstler verpflichten können.
 

Sonntag, 25.09.2016, 19.30 Uhr:
Titularorganist
Baptiste-Florian Marle-Ouvrard, St. Eustache, Paris/Frankreich

Baptiste-Florian Marle-Ouvrard

Beginnen wird der XVIII. Internationaler Orgelherbst mit einem fulminanten Konzert des jungen französischen Virtuosen Baptiste-Florian Marle-Ouvrard, einem der zwei neuen Titularorganisten an der berühmten Orgel der Pariser Kirche Saint-Eustache. Seine Improvisationen sind eine besondere Spezialität, die es zu genießen gilt!


Mittwoch, 28.09.2016, 19.30 Uhr:
Konzertorganist
Paolo Oreni, Treviglio/Italien

Paolo Oreni
Paolo Oreni

Konzertorganist Paolo Oreni aus Italien gestaltet das zweite Konzert am Mittwoch. Orenis Pedalarbeit gilt als legendär. Mozarts Fantasie in f-moll und Franz Liszts „Prometheus“ (Bearbeitung: J. Guillou) bilden den Höhepunkt seines erlesenes Programms.



Sonntag, 02.10.2016, 19.30 Uhr:
Konzertorganist
Prof. Wolfgang Seifen, Berlin/Deutschland

Prof. Wolfgang Seifen

Abschließen wird den Orgelherbst 2016 in diesem Jahr der weltberühmte Prof. Wolfgang Seifen aus Berlin. Erstmals erklingen die genialen Improvisationen des ehemaligen Kevelaerer Basilika-Organisten auf der herrlichen Straelener Orgel. Die Setzer-Anlage und der sichtbare, mobile Spieltisch ermöglichen es allen Künstlern, die vollen Ressourcen und die grenzenlosen Möglichkeiten der Klanggestaltung unserer farbenreichen Orgel auszuschöpfen - der Internationale Straelener Orgelherbst hat damit eine völlig singuläre Konzert-Situation am gesamten Niederrhein!

Unser Hauptsponsor bofrost* bietet uns die Möglichkeit, all diese großartigen Konzerte zu realisieren, wir danken allen Verantwortlichen für die jahrelange gute Zusammenarbeit. Nach jedem Konzert besteht die Möglichkeit, die Künstler bei einem Glas Wein und einen bofrost*- Imbiss bei uns im Gemeindehaus kennen zu lernen – die anregenden Gespräche mit Zuhörern und den Künstlern sorgen schon seit Beginn des Orgelherbstes in Straelen für eine wirklich familiäre Atmosphäre.

Kostenbeitrag:
Je Konzert: 10 Euro, Mitglieder Fördergesellschaft: 7 Euro
Alle Konzerte: 20 Euro, Mitglieder Fördergesellschaft: 14 Euro
Schüler und Studenten: frei

(zurück nach oben)

XVIII. Internationaler Straelener Orgelherbst

Sonntag, 25.09.2016, 19.30 Uhr
Baptiste-Florian Marle-Ouvrard,
Paris/Frankreich

BFMO – wie man ihn nennt, ist einer der zwei Titularorganisten an der berühmten Kirche von St. Eustache in Paris und damit Nachfolger des großen Jean Guillou. Genial in der Improvisation und berauschend in der Interpretation, so die Kritiken in der Orgel-Welt.

Lassen auch Sie sich begeistern – coram publico am einmaligen mobilen Spieltisch!

Mittwoch, 28.09.2016, 19.30 Uhr
Paolo Oreni, Treviso/Italien

Mit Paolo Oreni spielt bei uns ein international gefragter Interpret erster Güte - seine Improvisationen – vor allem sein virtuoses Pedalspiel – sind legendär. Seien Sie dabei!

Sonntag, 02.10.2016, 19.30 Uhr
Prof. Wolfgang Seifen, Berlin/Kevelaer

Wolfgang Seifen gilt als der Nestor der deutschen Improvisationskunst und ist als Künstler schon in der gesamten Orgelszene zu Gast gewesen – endlich auch bei uns in Straelen!

Im Anschluss an die Konzerte werden im Gemeindehaus einige Köstlichkeiten aus dem Hause bofrost* kredenzt, die Ihren „Hochgenuss für alle Sinne“ noch vervollkommnen lassen!

Einzelne Konzerte:
Abendkasse 10 Euro, Fördergesellschaftsmitglieder  7 Euro
Alle drei Konzerte:
Abendkasse 20 Euro, Fördergesellschaftsmitglieder 14 Euro

(zurück nach oben)

Rheinische Post vom 06.09.2016

Gregorianische Gesänge auf hohem Niveau in St. Peter und Paul

VON UDO SPELLEKEN

STRAELEN. Sie kamen gänzlich ohne Instrumente aus. Allein mit ihren Stimmen zauberten fünf musikalisch hochkarätige Sänger des Ensembles Virga Strata Berlin in der Pfarrkirche St. Peter und Paul Straelen Melodien und Harmonien. Gregorianische Gesänge von der Kirche unter dem Motto "Caelestis urbs Jerusalem - Himmlische Stadt Jerusalem" eingerahmt von drei Orgelimprovisationen, die Otto M. Krämer inszenierte, standen auf dem Programm.

Das 2002 gegründete Ensemble unter der Leitung von Jochen Großmann und Krystian Skoczowski sieht sich einem gehobenen Niveau ebenso verpflichtet wie dem geistlichen Inhalt des gregorianischen Chorals. Das Quintett, dessen Mitglieder alle Musikpädagogen und Kirchenmusiker sind, zeichnet spirituelle Ernsthaftigkeit, musikalische Leichtigkeit und ein von stimmlicher Ausgeglichenheit geprägter Interpretationsstil aus. Die frühe geistliche Vokalmusik ließen die rund 50 Zuhörer eintauchen in eine eigenartig fremdartige Mystik.

Der gregorianische Choral ist das gesungene Gebet der Kirche. Er bringt das Lob Gottes, Freude, Bitten und Klagen mit Worten der Heiligen Schrift zum Klingen. Das Ensemble wählte ein- und mehrstimmige Gesänge mit ihrer zumeist archaischen Melodik und freien Rhythmik. Mit unterschiedlichen Wechselgesängen, Hymnen aus dem Dominikanerkloster Gubbio und Antiphonen der Heiligen Hildegard von Bingen erlebte das Publikum eine energiegeladene, feierlich aufrüttelnde, still und gleichzeitig dramatisch uralte Musik.

Ebenso kraftvoll ließ Otto M. Krämer in seinen Improvisationen die Orgel erklingen. Aus der Tiefe der Bässe entwickelte er auf der Stockmann-Orgel wellenartige Sequenzen, die sich in aufgesetzten Harmonien wiederfanden. Eine anspruchsvoll wirkende Fuge verlor sich in chromatischen Akkorden und Läufen, verfiel in tragende Nachdenklichkeit und erfüllte sich wuchtig in klaren, sphärenhaften Figuren mit dem ernsthaften Bemühen einen majestätischen Abschluss zu kreieren. Choralmäßig aufgebaut, barock mit Trillern und Triolen gespickt, bot der Organist seinen Zuhörern mit Elementen der Flötenuhr-Musik einen Einblick in die Möglichkeiten der Register. Mit dem Antiphon "Salve Regina" und begeistert anerkennendem Beifall endete ein außergewöhnliches Konzert.

Quelle: RP

(zurück nach oben)

Gregorianik & Orgel

Sonntag, 04.09.2016, 19.00 Uhr
Ensemble „Virga strata“, Berlin
Krystian Skoczowski
, Leitung
Otto Maria Krämer, Orgelimprovisation

Das Ensemble Virga strata

In der Reihe "Geistliche Musik an St. Peter und Paul Straelen" unter dem Motto „JUBILATE -25 Jahre große Orgel in St. Peter und Paul“ gestaltet am Sonntag, den 04. September 2016 um 19 Uhr das Ensemble Virga Strata Berlin ein besonder es Konzert im Straelener „Dom“. Unter der Leitung von Jochen Großmann und Krystian Skoczowski hören wir ein Programm erlesener Werke aus dem großen Schatz der Gregorianik. Caelestis urbs Jerusalem - Himmlische Stadt Jerusalem - Gregorianische Gesänge von der Kirche und Orgelimprovisationen von Kantor Otto Maria Krämer bilden an diesem Abend reizvolle Gegensätze, die in eine ganz andere Klangwelt führen.

Das Ensemble Virga Strata singt in Straelen u.a. folgende Werke:
Hymnus „Caelestis urbs Jerusalem“
Introitus „Terribilis est locus iste“ mit Tropus „Ecce Dies triumphalis“
Kyrie „Cunctipotens Genitor Deus“
Graduale „Locus iste“
Alleluia „Adorabo ad templum santum tuum“
Gloria in excelsis Deo (Dominikanerkloster Gubbio, 14./15. Jh.)
Communio „Passer invenit”
Antiphon „O coruscans lux“ (Hl. Hildegard von Bingen)
Magnificat (Fauxbourdon)
„Salve Regina“

Das Ensemble Virga Strata Berlin bildete sich im Frühjahr 2002 aus einer Gruppe von Berliner Kirchenmusikern anlässlich einer Produktion des Deutschlandradios im Kammermusiksaal der Berliner Philharmonie. Mit weiteren Verpflichtungen, u.a. in der französischen Friedrichstadtkirche und im Berliner Dom konnte sich das Ensemble etablieren. Es folgten weitere Konzerte und Konzertreisen nach Polen, Frankreich, Luxemburg und Italien. Das Ensemble sieht sich einem gehobenen künstlerischen Niveau ebenso verpflichtet wie dem geistlichen Inhalt des gregorianischen Chorals. Es zeichnet sich dabei durch einen gleichermaßen von spiritueller Ernsthaftigkeit, musikalischer Leichtigkeit und stimmlicher Harmonie geprägten Interpretationsstil aus. Durch die praktische Beschäftigung mit Musik verschiedener Epochen und unterschiedlichen liturgischen Gesangstraditionen pflegt das Ensemble einen weiten Blick auf die frühe geistliche Vokalmusik. Jochen Großmann und Krystian Skoczowski teilen sich die Leitung des Ensembles. Die Mitglieder des Ensembles:

  • Jochen Großmann: Professor für Gesang an der Universität der Künste Berlin, Initiator des Ensembles.
  • Johannes Kaufhold: Kirchenmusiker an der Pfarrkirche Herz Jesu und Dekanatskantor in Berlin-Zehlendorf.
  • Sebastian Neubauer: Lehrer an einer Oberschule im Berliner Bezirk Lichtenberg.
  • Reinhard Schäfertöns: Professor für Musiktheorie und Dekan der Fakultät Musik an der Universität der Künste Berlin.
  • Krystian Skoczowski: Kantor an der Pfarrkirche St. Elisabeth in Hanau, Lehrbeauftragter an der Universität Köln und am Institut für Kirchenmusik im Bistum Mainz.

Die gesamte Konzertreihe wird freundlich unterstützt von der Firma bofrost* in Straelen.
Abendkasse: 10 Euro, Fördergesellschaftsmitglieder 7 Euro.

...entrückt in eine andere Welt...

Gregorianik & Orgel

Sonntag, 04.09.2016, 19.00 Uhr
Ensemble „Virga strata“, Berlin
Krystian Skoczowski
, Leitung
Otto Maria Krämer, Orgelimprovisation

Aus Berlin kommt das Spezialensemble „Virga strata“ unter der Leitung von Krystian Skoczowski. Das Ensemble Virga strata wurde vor mehr als zehn Jahren gegründet und hat seitdem zahlreiche Konzerte geben und bei bedeutenden Festivals in mehreren Ländern in Europa gesungen.

Zusammen mit den Improvisationen von Otto Maria Krämer eine unerhörte Klangkombination!

Die Konzertreihe wird freundlich unterstützt von der Firma bofrost* in Straelen.
Eintritt an der Abendkasse 10 Euro, Fördergesellschaftsmitglieder 7 Euro.

(zurück nach oben)
Chorkonzert am 03.07.2016

...das wirklich besondere Konzert...

Der Mädchenchor am Kölner Dom singt Musik aus 5 Jahrhunderten

Sonntag, 03.07.2016, 18.00 Uhr
Mädchenchor am Kölner Dom
Oliver Sperling, Leitung

Als besonderes Bonbon kommt in diesem Jubiläumsjahr der Mädchenchor am Kölner Dom zu uns in unseren Dom. Unter der Leitung von Domkantor Oliver Sperling hören wir ein wirklich erlesenes Programm aus glasklaren Kehlen – das darf man sich wirklich nicht entgehen lassen!

Mädchenchor am Kölner Dom (Foto: http://www.koelner-dommusik.de)
 

Die Konzertreihe wird freundlich unterstützt von der Firma bofrost* in Straelen.
Eintritt an der Abendkasse 15 Euro, Fördergesellschaftsmitglieder 10 Euro.

(zurück nach oben)

Rheinische Post vom 10.05.2016

Auftakt zum Straelener Orgeljubiläum

Hörenswertes Konzert mit Werken von Händel und Mozart in der Pfarrkirche St. Peter und Paul.

VON UDO SPELLEKEN

STRAELEN. Das Auftaktkonzert zum 25-jährigen Orgelbestehen in der Pfarrkirche Straelen unter dem Motto "Voice meets Organ - Händel meets Mozart" begann mit dem schillernden "Einzug der Königin von Saba" von Georg Friedrich Händel in einer Orgelbearbeitung des Solisten Christian Vorbeck. Der 39-jährige Organist an St. Marien in Witten gestaltete das Stück mit tänzerischer Leichtigkeit und lebhaftem Überschwang. Mit beachtenswerter Registrierung wechselten refrainartig wiederkehrende Tutti-Teile mit solistischen oboenmäßigen Holzbläserpassagen ab. Eine einfallsreiche motivische Arbeit und nicht zuletzt die daherschreitende Bassstimme machten die Sinfonia zu einem munteren, gefälligen Stück, das die heiter-repräsentative Seite der Barockmusik widerspiegelte. Aus dem "Messiah" (HWV 56) sang die Sopranistin Katrin Stösel mit Orgelbegleitung die bekannte Arie "I know that my Redeemer liveth" (Ich weiß, dass mein Erlöser lebet) und "If God is for us, who can be against us". Sie vereinte in ihrer Stimme dramatische Kraft und ansprechende Wärme. Ihre Stimmproduktion war nahezu perfekt, ihre Linienbildung makellos. Mit "Fünf Stücke für die Flötenuhr" und dem "Halleluja" demonstrierte Vorbeck noch einmal die musikalische Vielfältigkeit in Händels Werken.

Mit zwei Werken "In diesen heil'gen Hallen" und "O Isis und Osiris" aus der Oper "Die Zauberflöte" eröffnete die Orgel den zweiten Teil des Programms, der Wolfgang Amadeus Mozart gewidmet war. Im "Laudate dominum" (aus "Vesperae solennes de confessore", KV 339) konnten die Zuhörer eines der herausragenden Kirchenmusikwerke der europäischen Musikgeschichte in einer erstklassigen Interpretation erleben. Der Psalm 117 wurde von Katrin Stösel mit wunderbarem Piano der Stimme, eleganter Dynamisierung und dramatischer Intensität vorgetragen. Die Motette "Exsultate, Jubilate" (KV 165) gelang der Sängerin in höchsten klaren Linien mit präzise geschliffenen Koloraturen.

Christian Vorbeck machte das "Allegro" aus "Eine kleine Nachtmusik" an der Orgel zu einer durch und durch spannenden, pulsierenden Interpretation ohne romantisierenden Schönfärberei. Da wurden Mittelstimmen in den Registern hörbar, da wurde man auf Details des meisterlichen Satzes aufmerksam. Kraftvoll wurden die Unisono-Fanfaren im ersten Satz dargeboten und so von den gesanglichen Passagen abgehoben. Mit der Ouvertüre zur Oper "Die Hochzeit des Figaro" ließ Vorbeck mit viel musikalischem Gespür, in dem er durch die flinken Läufe eilte und diese elegant ausphrasierte, ein gesanglich und instrumental erstklassiges Konzert ausklingen.

Quelle: RP

(zurück nach oben)

Auftaktkonzert zum 25-jährigen Orgeljubiläum in der Pfarrkirche Straelen

Voice meets Organ -
Händel meets Mozart

Sonntag, 08.05.2016, 19.00 Uhr
Katrin Stösel, Sopran (Gelsenkirchen) und
Dr. Christian Vorbeck, Orgel  (Witten)

Das Duo Stösel & Vorbeck spielt und singt folgende Werke:

Georg Friedrich Händel

  • Einzug der Königin von Saba (Orgelbearbeitung: Christian Vorbeck)
  • I know that my Redeemer liveth (aus „Messiah“ , HWV 56)
  • Fünf Stücke für die Flötenuhr
  • If God is for us, who can be against us (aus „Messiah“ , HWV 56)
  • Halleluja (Orgelbearbeitung: Christian Vorbeck)

Wolfgang Amadeus Mozart

  • Aus der Oper „Die Zauberflöte“: „In diesen heilgen Hallen“ - „O Isis und Osiris“ (Orgelbearbeitungen: Christian Vorbeck)
  • Laudate dominum (aus „Vesperae solennes de confessore“, KV 339)
  • „Eine kleine Nachtmusik“: Allegro (Orgelbearbeitung: Christian Vorbeck)
  • Exsultate, Jubilate: Motette, KV 165 (158a)
  • Ouvertüre zur Oper „Die Hochzeit des Figaro“ (Orgelbearbeitung: Christian Vorbeck)
Katrin Stösel

Die in Thüringen geborene Sopranistin Katrin Stösel studierte an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln Gesang und Gesangpädagogik bei Prof. Mechthild Georg und Prof. Claudia Kunz-Eisenlohr. Sie ergänzte diese Ausbildung durch Meisterkurse bei Ruth Ziesak, Ulrich Eisenlohr, Luana deVol und Anja Harteros und durch die szenische Arbeit mit Prof. Dr. Michael Hampe, Prof. Gabriele Rech.

Bereits während ihres Gesangstudiums trat sie am Theater Aachen als Mrs. Wordsworth in Brittens „Albert Herring“ und als Belinda in der Oper „Dido and Aeneas“ von Purcell auf. In der Spielzeit 2011/12 war sie Stipendiatin der Theater Initiative Aachen, die ihre Tätigkeit am Theater Aachen fördert. 2011 bis 2013 sang sie dort u.a. die „Clorinda“ in „Il combattimento di Tancredi e Clorinda“ von Monteverdi unter dem Dirigat von Petér Halász und debütierte in der Rolle des Oscar in „Un ballo in maschera“ von Verdi. Weiterhin arbeitete sie als Solistin unter anderem mit Dirigenten wie Marcus R. Bosch, Kazem Abdullah, Michael Millard und Julia Jones. Zu ihren weiteren verkörperten Rollen zählen beispielsweise Frasquita in „Carmen“ von Bizet, Berta in „Il Barbiere di Siviglia“ von Rossini und Gretel in Humperdincks Märchenoper „Hänsel und Gretel“. 2010 war sie im Rahmen der MusikTriennale Köln in der „Deutschen Sinfonie“ von Hanns Eisler live im Rundfunk zu hören.

Konzerte und Liederabende führten die junge Sängerin auch ins europäische Ausland und in die Kölner Philharmonie. Nach ihrer Mitwirkung beim WDR Rundfunkchor 2013/14 wurde die Sopranistin am Musiktheater im Revier Gelsenkirchen und am Theater Kiel engagiert. Seit 2015 ist Katrin Stösel festes Mitglied des Opernchores des Musiktheater im Revier Gelsenkirchen.

Dr. phil. Christian Vorbeck

Dr. phil. Christian Vorbeck wurde 1977 in Aschaffenburg geboren und besuchte dort das musische Gymnasium „Karl-Theodor-von-Dalberg“.Er studierte an der Hochschule für Musik in Köln und an der Universität der Künste in Berlin Katholische Kirchenmusik (A-Examen mit Auszeichnung), Orgel (Diplom) und Orgelimprovisation (Diplom).

Im Jahre 2004 wurde er zum Kantor an St. Marien zu Witten an der Ruhr berufen und zum Dekanatskirchenmusiker im Erzbistum Paderborn ernannt. Im Jahre 2006 führte er das gesamte Orgelwerk von Johann Sebastian Bach auf. Christian Vorbeck ist Organisator und künstlerischer Leiter der Konzerte an der Marienorgel zu Witten und betreibt eine rege Konzerttätigkeit als Organist in ganz Deutschland und im Ausland (Luxemburg, Polen, Schweiz, Italien, Niederlande, USA und Frankreich).

Im Jahre 2014 erfolgte die Ernennung zum Orgelbeauftragten in der Erzdiözese Paderborn.

Mit einer Dissertation über die Orgelbauer Martin Binder und Willibald Siemann unter der Betreuung von Privatdozent Dr. Roland Eberlein wurde Christian Vorbeck 2013 von der Philosophischen Fakultät der Universität zu Köln zum Dr. phil. promoviert.

Mit dem Wintersemester 2011/2012 ist Christian Vorbeck mit einem Lehrauftrag für Orgel und Orgelimprovisation an der Technischen Universität zu Dortmund betraut worden.

Die Konzertreihe wird freundlich unterstützt von der Firma bofrost* in Straelen.
Eintritt an der Abendkasse 10 Euro, Fördergesellschaftsmitglieder 7 Euro.

(zurück nach oben)

Straelen: Höhepunkte der Chorliteratur

Rheinische Post vom 12.01.2016

Projektchor 2016
Projektchor 2016, RP-Foto: Markus van Offern

STRAELEN. Voll besetzte Pfarrkirche St. Peter und Paul beim Dreikönigskonzert. "Magnificat" von John Rutter und Weihnachtsoratorium von Camille Saint-Saëns. Reizvolles Wechselspiel zwischen fünf Sängern und Chor.

VON UDO SPELLEKEN

Beim sechsten Dreikönigskonzert freute sich die Fördergesellschaft Geistliche Musik an St. Peter und Paul über eine voll besetzte Pfarrkirche. Mit dem Konzertchor des Chorprojektes und Mitgliedern der Duisburger Philharmoniker erlebten die Zuhörer unter der musikalischen Leitung von Otto Maria Krämer gleich zwei Höhepunkte der Chorliteratur.

Nach dem Weihnachtsoratorium (Oratorio de Noël) von Camille Saint-Saëns wurde das "Magnificat" von John Rutter zelebriert. Die Solisten Karola Pavone und Ursula Göller (Sopran), Andra Isabel Wildgrube (Alt), Fabian Strotmann (Tenor) und Peter Rembold (Bass-Bariton) kamen in dem lyrisch-expressiven, klangzarten Oratorium von Saint-Saëns, einem Vertreter der französischen Romantik, zum Einsatz.

Das reizvolle Wechselspiel zwischen den fünf Sängern und dem Chor verband sich in diesem Werk mit anrührenden Klängen von Streichorchester, Harfe und Orgel. Diese Atmosphäre, hervorgerufen durch die weiche Harmonik, den schlicht gehaltenen Chorsatz und den fast kammermusikalischen Einsatz des Orchesters, wurde nur an wenigen Stellen durch dramatische Elemente durchbrochen.

Unter Krämers Dirigat erfreuten die Sopranistinnen Karola Pavone und Ursula Göller ebenso wie die Altistin Andra Isabel Wildgrube, die ihre exponierten Partien tadellos bewältigten. Eher distinguiert gab sich der Bariton Peter Rembold. Mit angenehmem Timbre meisterte Tenor Fabian Strotmann die heikleren Abschnitte seiner Partie.

Durchweg zu begeistern vermochte der Chor: Energisch auf den Punkt gebracht hörte man die tobenden Heiden, ruhig und gerade klangen andererseits die stilvoll flächigen Einschübe in der Tenorarie "Domine, ego credidi". Die grandiose Schlichtheit und Geradlinigkeit des Textes und die gelungene artikulatorische Umsetzung im Chor sowie die herrlich filigran wechselnden musikalischen Elemente von Rutters marianischem Thema "Of a Rose" (in Englisch gesungen) wurden im Gesang reflektiert. Dies intensivierte die atmosphärische Dichte des "Magnificat", die Krämer mit seinem Dirigat in ausgereifter Balance zum dynamisch und klangfarblich wunderbar abschattierten Spiel des Orchesters auszugleichen vermochte. Die Instrumentierung wirkte strahlend und farbenreich, mit vielen Trompetenfanfaren, die den festlichen Geist der Musik vermittelten.

Karola Pavone, die kurzfristig für die erkrankte Annabelle Heinen einsprang, begeisterte mit ihrem ungemein weichen und timbrierten Sopran und der selten anzutreffenden Fähigkeit, in höherer Lage die Dynamik wunderbar mild abzufedern. Es gab lauten Beifall.

Quelle: RP

VI. Dreikönigskonzert 2016: 
"Magnificat" von Rutter und
"Oratorio de Noël" von Saint-Saëns

am Sonntag, den 10.01.2016, 19.00 Uhr
in der Kirche St. Peter und Paul, Straelen


Projektchor Im VI. Dreikönigskonzert am 10. Januar 2016 erklingen das Weihnachtsoratorium (Oratorio de Noël) von Camille Saint-Saëns und das "Magnificat" des englischen Komponisten John Rutter.



Karten im Vorverkauf: 15 EUR (10 EUR für Mitglieder)
Abendkasse: 18 EUR (15 EUR für Mitglieder)
Vorverkauf bei Op de Hipt, Straelen, Bücher Keuck, Geldern sowie bei den Chormitgliedern
Reservierung per Mail bis zum 6. Januar 2016 hier.

Dreikönigskonzert 2016 Mitwirkende:
Konzertchor des Chorprojektes Straelen
Annabelle Heinen, Ursula Göller (Sopran)
Andra Isabel Wildgrube (Alt)
Fabian Strotmann (Tenor)
Peter Rembold (Bass-Bariton)
Mitglieder der Duisburger Philharmoniker
Musikalische Leitung: Otto Maria Krämer

Zum 25-jährigen Jubiläum der großen Orgel in Straelen machen wir uns ein ganz besonderes Geschenk: Das Magnificat von John Rutter. Diese Lobpreisung Gottes ist in der Fassung John Rutters wahrhaft jubilierend. Vom ersten Takt an werden Publikum und Ausführende durch Musik und opulenter Besetzung mitgerissen und schwelgen in Wohlklang.

Der Text des Magnificat stammt aus dem Lukas-Evangelium. In der Chorliteratur existieren viele Vertonungen dieses Textes - unter den Komponisten finden sich klingende Namen wie Bach, Vivaldi, Tschaikowski oder Penderecki. Die Version von John Rutter ist sicher diejenige, welche dem Chor die größte Rolle zuweist. Rutters Magnificat bedeutete für ihn den internationalen Durchbruch als Komponist. In den ersten sechs Monaten nach der Veröffentlichung wurde es allein in den Vereinigten Staaten über 500 Mal aufgeführt! Rutter hatte sich natürlich intensiv mit dem Magnificat von Johann Sebastian Bach auseinandergesetzt und hegte schon länger den Wunsch, selber ein solches zu schreiben. Wie Bach begnügte sich auch Rutter nicht mit dem originalen Text, sondern fügte verschiedene Elemente hinzu: so das "Of a Rose", aber auch das "Sanctus" im dritten Satz sowie das "Sancta Maria" in der Mitte des abschließenden Gloria.

Bereits im ersten Satz, dem "Magnificat anima mea", wird Rutters Absicht klar, ein fröhliches Magnificat zu schreiben. Der Wechsel von 6/8- und 3/4-Takten erinnert an Leonard Bernstein und "America" aus der "West Side Story". Diesem energievollen Anfang kann sich niemand entziehen. Auch alle übrigen Sätze zeigen alle ihre ganz eigenen Charaktere: Das "Fecit potentiam" zeigt fast militärische Züge, ganz im Gegensatz dazu ist das "Et misericordia" ein zarter Satz, in dem der Solo-Sopran nur sehr zurückhaltend begleitet wird.

Rutter schrieb das Magnificat in wenigen Wochen. Es wurde kurz nach der Vollendung im Mai 1990 in der Carnegie Hall in New York uraufgeführt und vom Publikum frenetisch gefeiert.

Zur Einstimmung auf das Haupwerk des Abends singen alle fünf Solisten mit Chor und Orchester das beliebte "Weihnachtsoratorium" von (Oratorio de Noël) von Camille Saint-Saëns.

(zurück nach oben)